Lucifer

Der Teufel macht unter dem Namen Lucifer Morningstar (Lustig, nicht? Ich tendiere zu „nicht“…) Urlaub auf der Erde, dabei lernt er eine sexy Polizistin kennen, die ihn fasziniert, da sie ihm als erster Mensch widerstehen kann. Sie ist natürlich weniger von ihm begeistert. Er heftet sich also an ihre Fersen und das Hassliebe-Pärchen löst zusammen einige unterdurchschnittliche Kriminalfälle. Die Rahmenhandlung um Lucifer ist dabei ebenso flach und vorhersehbar ausgefallen. Dazu gesellt sich eine Besetzung, die so wenig überzeugend ist, wie deren Rollen schlecht geschrieben sind und den Zuschauer überwiegend anteilnahmslos bleiben lässt.
Nein, ich mag diesen uninteressanten Teufel nicht sonderlich. Die meiste Zeit rennt er – zumindest mit einer Prise Selbstironie – als eitler, infantiler Geck durch die Gegend und ist von Anfang an viel zu menschlich wie harmlos, und selbst wenn er mal den Bösen raushängen lässt, kauf ich ihm das nicht ab – die Balance stimmt einfach nicht.
Es gibt schon längst eine bessere Version der Serie, die hat zwar keinen Teufel (das teuflische Potential wurde bei Lucifer ohnehin kaum genutzt), dafür aber eine sympathische Besetzung bei der die Chemie stimmt und bessere Autoren. Nennt sich Castle
5 / 10

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Horns

Werde hier in Zukunft auch hin und wieder Filme und Serien vorstellen, die aktuell im Prime Abo enthalten sind.

Handlung kurz umrissen, ohne zu viel zu spoilern: Iggys Freundin wird ermordet. Jeder im Dorf hält ihn für den Schuldigen. Ihm wachsen Hörner und damit verbunden die Fähigkeit, den Personen in seiner näheren Umgebung ihre dunkelsten Geheimnisse und Triebe zu entlocken (hiermit kommt auch der Großteil des Humors ins Spiel). Auf der Suche nach dem wahren Mörder mutiert er immer mehr zum Diabolischen um – wortwörtlich – den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben.
Eine Tempo- wie Wendungsreiche Achterbahnfahrt, der Film versucht vieles auf einmal zu sein; Drama, Whodunit, Liebesfilm, Satire, Horror – meistert dabei nicht alles gleich gut, und dann setzt auch noch der Hollywood-Kitsch ein. Wobei, bei dem Trend zum zynischen Hard-Boiled-Kino der letzten Jahre, ist es – gerade für so einen Film – vielleicht sogar unpopulärer, den Mut zum Kitsch zu haben. Wie auch immer, kleine Makel verzeihe ich bei dieser weitestgehend wunderbaren Unterhaltung gerne. Nebenbei wird die furchtbare Antischauspielerin Heather Graham auch noch von Schlangen gebissen – ein gottgefällig Werk.
Wer Grotesken mag, der wird dem Film nicht abgeneigt sein. Wer perfekt abgestimmtes, glattgebügeltes und geradliniges Kino mag, für den gilt: „Lauf, Forrest, lauf!“
7 / 10

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Das Haus des blutigen Satans

Inhalt

Die Inneneinrichterin Margaret Walsh erhält einen etwas seltsamen Auftrag, für den sie ihre amerikanische Heimat verlassen und nach England reisen muss. Ihr Freund Pete Danner reist mit ihr.
Doch auf dem Land haben die beiden um ein Haar einen Motorradunfall, woraufhin sie von dem angejahrten Jason Mountolive eine Einladung in sein Haus erhalten.
Doch finden sie bald heraus, dass Mountolive auch derjenige ist, der Maggie für den Job engagiert hat. Während Pete und Maggie noch über das mysteriöse Anwesen, die angeblich tödliche Krankheit Mountolives und die Krankenschwester Adams rätseln, lädt ein Helikopter fünf weitere Eingeladene auf dem Anwesen ab: Hotelbesitzer Jacques Grandier, Verlegerin Barbara (Hildegarde Neil), die erfolgreiche Schwimmerin Maria Gabrieli der Ex-Soldat und Waffenproduzent Karl Liebknecht sowie der Musiker Clive Jackson.
Alle haben in ihrer Vergangenheit Verbrechen begangen, für die sie nun bestraft werden – und Maggie und Pete scheinen die Umgebung des Anwesens nicht verlassen zu können, was immer sie auch versuchen…


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Charley Varrick – Der große Coup

Inhalt

Der penibel geplante Überfall auf eine kleine Bank in einem verschlafenen Kaff in New Mexico erweist sich als tödliches Unterfangen für den ehemaligen Stuntpiloten Charley Varrick und seine Komplizen: Auf blutige Schusswechsel folgt eine waghalsige Flucht und Varrick muss der Tatsache ins Auge sehen, dass die eigentliche Arbeit jetzt erst beginnt. Statt der paar tausend Dollar, von denen in den Nachrichten die Rede ist, sitzen die Gangster nämlich auf einer 750.000 Dollar schweren Beute, die offenbar der Mafia gehört …


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Klassischer Pulp für Lau

Deutsche Pulp-Hefte gibt es nicht erst seit John Sinclair, Jerry Cotton und Co. Der Wibra Verlag hat es sich zur Aufgabe gemacht, einige dieser vergessenen Reihen – größtenteils aus der Weimarer Republik stammend – aus der Versenkung zu heben. Das Ganze ist gratis von deren Website oder diversen E-Book-Shops herunterladbar.

Testweise startete ich mit Bill Cnox:
Hiram Poutson, seines Zeichens teuflisch-böser Vater und (Teufels-)Professor (Hobbies: Rachepläne schmieden und alle 5 Minuten in teuflisches Gelächter ausbrechen), experimentierte an Sohnemann Bill seit dessen Geburt herum, um einen nahezu unbesiegbaren Menschen zu erschaffen, und mit Hilfe von Hypnose, will er ihn nun zur willenlosen Tötungsmaschine umfunktionieren.
Ein Charakter, der sofort mein Herz eroberte, ist übrigens Inspektor Smith. Jener ist so genial, dass ihm nach nur einem aufgeschnappten Satz des Professors sofort klar ist, dass der Sohn zweifelsfrei hypnotisiert wurde:

»Teufel – ich höre Stimmen!«, flüsterte Inspektor Smith seinen beiden Beamten zu, als sie kotbespritzt aus dem Kanalrohr in den Keller des Landhauses schlüpften. Wirklich erklang wie von weit her eine Stimme durch die Kellerwand: »Folge mir! Ich befehle es dir, dein Herr und Meister!«, hörten sie ganz deutlich.
Dann erklangen schlurfende, sich entfernende Schritte.
»Was bedeutet das?«, wandte der Inspektor wie erregt sich an seine Leute. »In diesem Tone und dieser Weise spricht gewöhnlich nur ein Hypnotiseur zu seinem Medium!«

Macht Spaß und ist schnell weggelesen. Werde mir auf jeden Fall weitere Hefte ansehen.
Auf der Verlagsseite befindet sich übrigens ein Spenden-Button, was durchaus eine Überlegung wert ist. Die liebevoll umgesetzten Neuausgaben kosten schließlich auch Zeit und Aufwand.

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