I’m Not There

Blu-ray

Hier ist er nicht zu finden, und dann doch irgendwie… Teils ähnlich surreal wie so mancher seiner Songs, speziell in der Mitte-60er-Phase, versucht dieser Film, Leben und Werk Bob Dylans zu fassen. Eine Reise durch seine Biographie, versetzt mit Musikclips bzw. Songdeutungen (Mal mehr, mal weniger gelungen. Ballad of a Thin Man fand ich doch enttäuschend uninspiriert), dabei wird er je nach Lebensabschnitt von anderen Darstellern verkörpert (mit dabei Größen wie Christian Bale und Cate Blanchett).
Indem die Handlung chronologisch durcheinandergewürfelt wird, tut man sich zusätzlich nicht gerade einen Gefallen, wenn man nicht viel Ahnung von Dylan hat, ist der Film auch so schon über weite Strecken kryptisch und schwer genießbar. Ich würde raten, vorher wenigstens den Wikipedia Artikel komplett zu lesen – noch besser: dieses Reclam Büchlein, oder die Doku von Scorsese.
Nicht falsch verstehen: I’m Not There ist durchaus lohnenswert und interessant, verlangt dem Zuschauer aber einiges an Vorwissen und Aufgeschlossenheit ab.

Technisch gibt’s nichts zu mäkeln. Da unterschiedliche filmische Stilmittel verwendet wurden, schwankt die Bildqualität etwas. Trotz Überlänge und nochmal ebenso viel Gesamtlaufzeit der Extras und zwei Surround Tonspuren (5.1), konnte der Film mit einer guten durchschnittlichen Bitrate von 33 Mbps auf Disc gebannt werden.
Extras, wie schon erwähnt, massig vorhanden: Making of, Audiokommentar, Interviews, Deleted/Extended Scenes, aus dem Film ausgekoppelte Musikclips, usw.
Ton und Untertitel Deutsch und Englisch, plus eine weitere englische Untertitelspur rein für die Songtexte.
7 / 10


Soundtrack

Völlig vorbehaltlos wiederum kann ich den Soundtrack empfehlen. Auf zwei vollgepackten CDs bekommt man über zweieinhalb Stunden eine gute Mischung aus Best of und Geheimtipps geboten, inklusive dem zuvor unveröffentlichten Titelsong in zwei Versionen. So konnte ich auch einige Songs, die ich vorher nicht so schätzte, oder kannte, neu entdecken. Die Interpreten reichen von Sonic Youth, The Black Keys, Antony and the Johnsons, Willie Nelson, bis zum Meister himself. Ein paar der Interpretationen mögen zu nah am Original sein, um für den Dylan-Connaisseur ernsthaft von Interesse zu sein, andere übertreffen das Original sogar (Goin‘ to Acapulco, The Wicked Messenger), Totalausfall ist jedoch keiner zu verzeichnen.
9 / 10



Blu-ray bei Amazon | Soundtrack bei Amazon


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s