S.A.V.E. Anime

Nein, ich will hier nicht zur Rettung von Anime aufrufen, S.A.V.E. steht für Super Amazing Value Edition und ist die Budget-Reihe des US Anime Labels Funimation. Diese Releases sind recht importfreundlich; oft günstig genug um zollfrei zu bleiben, dazu sind viele der Blu-rays Code A und B, also auf herkömmlichen europäischen Playern abspielbar. Die DVDs sind Code 1, aber codefree Player für DVDs sind auch deutlich leichter aufzutreiben, bzw. selbst zu „hacken“. Es folgen Kurzreviews der bisher gesehenen Titel. Der Artikel wird in unregelmäßigen Abständen erweitert werden.
Für gewöhnlich ist Amazon.com am günstigsten, als Alternative empfehle ich DVD Pacific bzw. wowHD, die können preislich mit Amazon mithalten und bieten zusätzlich Bezahlung via PayPal an.


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Red Garden

Vier äußerst unterschiedliche Teens, einzig durch den Tod einer gemeinsamen Freundin verbunden, müssen sich zusammenraufen, um übernatürliche Feinde zu bekämpfen. So eine Art Buffy meets Breakfast Club. Um es verkürzt und simplifiziert zusammenzufassen.
Die Charaktere sind recht authentisch und vielschichtig ausgefallen, wobei deren Background-Stories teils doch etwas klischeehaft wirken.
Die Serie spielt zur Abwechslung mal nicht in Japan, sondern in einem modifizierten New York. Sehr differenziertes und feminines Charakterdesign, die paar Actionszenen sind auch ganz gut gelungen. Die generelle Machart lässt auf eine weibliche Hauptzielgruppe schließen und auch viele Leute dahinter dürften jener Spezies zuzuordnen sein.
Manchmal fast schon zu gemächliche Story- und Charakterentwicklung, aber wenn die Story erst einmal in Fahrt kommt, ist sie gar nicht unspannend. Etwas weniger Soap hätte auch nicht geschadet.
Das Opening ist sehr nett, die beiden Endings weniger und passen auch nicht sonderlich. Dazu kommen noch vereinzelte „Musical-Einlagen“, die durch ihre… äh… Authentizität (auch hier wieder keine natural born Supermänner, bzw. -girls, die alle plötzlich gut singen können) ebenfalls etwas nerven können.
Als Bonus gibt es einen OVA Film, der lange nach den Ereignissen der Hauptserie spielt und mit seiner kurzweiligen und ironischen Art durchaus sehenswert ist.
Red Garden macht vieles richtig, aber auch einiges falsch. Trotzdem eine nicht uninteressante Serie, wenn man mit den Eigenheiten leben kann.
6,5 / 10

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The Tower of Druaga

Solide umgesetzter „RPG-Anime“ mit guter Mischung aus Comedy und ernsthafter Fantasy-Action. Kurzweiliger Spaß, der das Genre nicht neu erfindet, aber auch seine kreativen Momente hat.
Erstaunlich, was man aus einer wenig reichhaltigen Arcade-Automaten-Vorlage aus den 80ern alles zaubern kann.
Enthält The Aegis of Uruk und den Nachfolger The Sword of Uruk, gesamt also 24 Episoden (plus Bonus Episode). 7 / 10


Yamada’s First Time / B Gata H Kei

Typische Ecchi Highschool RomCom. Auf den ersten Blick. Der weibliche Hauptcharakter mit Sexobsession ist mal was anderes. Der Humor ist erfrischend offensiv, habe ironischerweise schon ähnliche Serien als im Kern viel prüder erlebt. Manches war sogar wirklich witzig. Ausgelutschter Fanservice à la Pantyshot-Orgien hält sich erfreulicherweise in Grenzen. Gegen Ende geht etwas die Puste aus. Statt der Einführung der nervigen und sinnlosen Kanejou-Geschwister, hätte man die Serie gerne 1-2 Episoden früher beenden, und/oder ein richtiges Finale produzieren können. Denn das Ende ist unbefriedigend. Wenn man schon über 12 Episoden lang Yamadas verzweifelte Versuche, Kosuda (wie auch sich selbst) zu entjungfern mitverfolgt, will man zum Höhepunkt verdammt nochmal auch den Höhepunkt miterleben…
Für Leute, die dieses Genre mehr schätzen, sicher eine empfehlenswerte und überdurchschnittliche Serie. Mich langweilt Derartiges inzwischen zu sehr und insgesamt bleibt es bei allem Potential letztendlich doch zu schablonenhaft. Ein kompletter Fehlkauf, für gerade mal unter 20 Dollar inklusive Versand, war’s immerhin nicht.
Die Blu-ray Version scheint übrigens unzensiert zu sein, nicht dass es da, bis auf ein paar Titten, viel zu verdecken gegeben hätte. Ein bisschen bewusste „Zensur“ gibt es eben, so wird Kosudas Schniedel sti(e)listisch verfremdet:

Okay, das war jetzt das letzte Wortspiel, versprochen. 6 / 10


Shiki

Der Grundplot ist schamlos von Stephen Kings Brennen muss Salem kopiert. Ansonsten eine gelungene Horrorserie. Manchen, vor allem anfangs, vielleicht etwas zu behäbig inszeniert. Düster, blutig und kompromisslos, aber auch mit einigen ruhigen bis meditativen Momenten und viel Zeit mit Blick auf die vielen verschiedenen Charaktere aufgewandt. 7 / 10


Welcome to the NHK

Manisch-depressiver Hikikomori versucht in das Leben zurückzufinden, lernt dabei diverse „Freaks“ und Arten des Nerdtums kennen. Teils unterhaltsam und entlarvend, teils unsinnig und überbordend an Melodram. Selbst die Animationsqualität ist auffallend inkonsistent. Dafür ist der Soundtrack nett und überwiegend passend, z.B. das irre Ending – auch diesen verfluchten Pururin-Song bekommt man bald nur schwerlich wieder aus dem Schädel.
Nicht uninteressant, aber die schwärmerischen Kritiken bleiben mir ein Rätsel. 6,5 / 10


Gankutsuou

Grandiose und eigenwillige Version vom Graf von Monte Christo. Ein richtiges Drama, und das sehr reif umgesetzt, kein typisches cheesy Anime-Melodrama.
Contra: Der überladene Artstyle könnte etwas Eingewöhnungszeit benötigen. Die letzten paar Episoden sind deutlich schwächer.
Pro: Alles andere. Ernsthaft, haarscharf an der perfekten Serie vorbeigeschrammt. 9 / 10


Honorable Mentions
Empfehlenswerte Importe außerhalb der Reihe: Trigun, Short PeaceA Country Doctor, Sweet Blue FlowersIrresponsible Captain Tylor, Mononoke


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