Esbjörn Svensson Trio – Leucocyte

01 Decade ***
02 Premonition – I. Earth *****
03 Premonition – II. Contorted *****
04 Jazz *****
05 Still *****
06 Ajar ****
07 Leucocyte – I. Ab Initio *****
08 Leucocyte – II. Ad Interim *
09 Leucocyte – III. Ad Mortem ****
10 Leucocyte – IV. Ad Infinitum ***


Das Intro lassen wir mal außen vor und fangen gleich mit dem zweiten Track, Premonition I, an. Ein prägnantes Riff am Kontrabass im Vordergrund, vereinzelte Pianoanschläge, bis sich nach etwa einer Minute die Percussions dazumischen, erst zaghaft, dann in Union mit den anderen Instrumenten immer lebhafter werdend, dazu kommen diverse Effekte und Soundspielereien. In den letzten Minuten löst ein repetitives Drumgewitter den Bass als Lead ab, bis auch jenes zusehends verpufft und das Spektakel sich nach knapp über 17 Minuten zum Ende neigt. Wow! Grandios und kantig. EST waren ja immer für Überraschungen gut, aber dieses Experiment so konsequent durchgezogen, gleich mal am Anfang reingehauen – Respekt!
Der zweite Teil von Premonition beginnt ähnlich minimalistisch, bleibt aber insgesamt viel relaxter.
Es folgt der erste kürzere Song, der passenderweise Jazz heißt und als einziger auf dem Album überwiegend auch nach klassischem Jazz klingt.
Still startet mit erneuten seltsamen Soundspielereien, nimmt gegend Ende klarere Formen an und bleibt ähnlich ruhig wie Premonition II.
Ajar bringt noch mal ein kurzes, unaufgeregtes Zwischenspiel ein, bevor mit dem vierteiligen Leucocyte weitergerockt wird.
Und das im wahrsten Sinne, Leucocyte I geht gleich voll auf die Zwölf: rockiger Groove und noisy as hell.
Das einminütige Leucocyte II vergessen wir mal, wie schon das Intro.
Leucocyte III bringt wieder minimalistische Klangexperimente, allen voran ein stark verzerrtes Piano, das nach etwa der Hälfte in eine Ballade mündet.
Leucocyte IV setzt das Balladen-Thema ansatzlos fort und lässt das Album langsam ausklingen.
Dieses Album macht Esbjörn Svenssons frühen Tod umso tragischer, wer weiß, was da noch alles gekommen wäre. Überrascht hätte das Trio bestimmt noch das eine oder andere Mal. Immerhin hinterlässt er einige großartige Alben, natürlich auch dank der Hilfe seiner mindestens ebenso begabten Mitspieler.
9 / 10


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