Karate Tiger

Inhalt

Der Teenager Jason (Kurt McKinney) zieht mit seinen Eltern von Los Angeles nach Seattle, nachdem sie ihren gut besuchten Karate-Dōjō an eine mafiöse Organisation abtreten mussten. Als Jasons Vater von dem brutalen Karate-Ass Ivan (Jean-Claude Van Damme) schwer verletzt wird, will dieser dem Kampfsport abschwören. Doch mit Hilfe des Geistes seines großen Vorbildes Bruce Lee und unterstützt von dem Breakdancer R. J. (J. W. Fails) versucht Jason den wahren Geist des Karate zu ergründen. Doch bei einer erneuten Konfrontation mit den Peinigern seines Vaters muss er seinen neu erlernten Kampfstil unter Beweis stellen. Und dieser Kampf lässt nur einen Sieger zu!


Meinung

Hach ja, die 80er. Als man noch schamlos seine Mode-Legasthenie der Öffentlichkeit vorgeführt hatte und die Russen grundsätzlich die Buhmänner waren. Nun gut, so viel hat sich vielleicht doch nicht geändert.
Aber kommen wir zum Film. Typischer Kampfsport Film mit recht hohem Trash-Faktor. Spaßig vor allem die schlecht geschriebenen Charaktere. Jasons Buddy R.J. ist schwarz, deshalb schmettert er auch gleich mal aus heiterem Himmel einen Rap heraus (im O-Ton fast so übel wie in der Synchro) und Breakdance beherrscht er natürlich auch. Großartig auch der Arschlochnachbar, der den beiden das Leben schwer macht, und, da er ja fett ist, ständig am Futtern ist. Weshalb er die beiden nun hasst, wird nie so richtig klar. Bei Jason scheint schon auszureichen, dass er Bruce Lee Fan ist – bei R.J. bin ich komplett überfragt. Er ist halt ein Arsch, weil es so im Drehbuch steht…
Zu den Schauspielkünsten bleibt nur zu sagen, dass der Film zu Recht niemandem zum Durchbruch verhalf, bis auf Van Damme vielleicht; das hier war seine erste größere US-Rolle und anschließend durfte er bereits in Bloodsport die Hauptrolle spielen.

Fast eine Stunde lang muss man stümperhafte Comedy und Melodram aushalten, bis es dann endlich richtig losgeht: Jason und Vater streiten sich, der wütet daraufhin im Trainingsraum des Sohnes herum, und als er dann auch noch das Bruce Lee Poster zerreißt, hat Jason endgültig genug und läuft mal wieder in bester Emo-Manier davon (der Apfel fällt nicht weit vom Stamm). Jedenfalls brennen dabei wohl doch mehr Sicherungen durch als üblich und er halluziniert sich den Geist von Bruce Lee als Trainer herbei. Jetzt kommen also endlich die obligatorischen Trainingsmontagen, was bedeutet, dass wir nicht mehr weit vom Endkampf entfernt sind. Dabei sind die geballten Weisheiten von „Bruce Lee“ ein wahrer Genuss:

„Unerwartete Züge sind schwer zu kontern.“

Der finale Kampf ist durchaus sehenswert und entschädigt für den partiellen Leerlauf, dass Regisseur und Choreograf aus Hongkong stammen, macht sich hier positiv bemerkbar.
Insgesamt also amüsanter Trash, aber wie gesagt, auch mit einigen Längen.


Technisches

Wunder kann man keine erwarten, es ist eben ein altes B-Movie. Nicht übermäßig scharf und viel Filmkorn, dazu durchgehend kleinere Defekte im Bild, doch nichts allzu Störendes. Es sieht zumindest sehr naturbelassen aus, Filterungen oder sonstige Nachbearbeitungen fanden wenig bis gar nicht statt. Bisher gab es nur die australische Blu-ray, an der mehr herumgedoktort wurde. Beiden Releases liegt aber dasselbe Master zugrunde. Ist auch eine Frage der persönlichen Präferenz, mir ist das Bild der deutschen Scheibe lieber.
Ton Deutsch 5.1 und Mono 2.0, wobei der 5.1 Upmix wohl zusätzlich gefiltert wurde, der Original-Monoton klingt dagegen unbearbeitet, mit mehr Nebengeräuschen, aber nicht so dumpf wie der Upmix, was zu besserer Verständlichkeit bei den Dialogen führt. Auch hier würde ich das Naturbelassene vorziehen. Und der englische Ton in Mono 2.0 ist ebenfalls enthalten.
Zwei deutsche Untertitelspuren; eine komplette und eine für die unsynchronisierten Stellen im US Cut.


Extras

Die üblichen Trailer und der alte deutsche Kinocut in gleicher Qualität wie der US Cut – immerhin, meist sind solche Bonusfassungen nur in schlechterer Qualität vorhanden. Der deutsche Cut enthält übrigens wohltuenderweise weniger Szenen mit Jasons Vater…


Gesamturteil: 6,5 / 10


Bei der Pussy als Vater und Karatelehrer, würde ich auch lieber Kung Fu lernen.
Die subtile RTL-Drehbuchschule: Fette sind ständig am Fressen.
Was viele nicht wissen: Bruce Lee war ein begnadeter Holzkohle-Kalligraph.
Das Karate Kid schaffte den Kranich noch ohne Hilfe…
Kauft adidas!
„I’m Popeye the Russian Man. I’m Popeye the Russian Maaaan.“

© 2015 Splendid Film GmbH


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