Technobabylon

Inhalt

City of Newton, 2087. Genetic engineering is the norm, the addictive Trance has replaced almost any need for human interaction, and an omnipresent AI named Central powers the city.
CEL agents Charlie Regis and Max Lao are investigating a serial Mindjacker who is tapping into the neural wiring of seemingly ordinary citizens, stealing their knowledge and leaving them dead. An agoraphobic net addict named Latha Sesame might be the next target. But when Charlie’s past comes back to haunt him, he and his partner find themselves on opposite sides of the law, with Latha’s fate in the crossfire.


Meinung

Mal wieder ein düsteres Sci-Fi Adventure von Wadjet Eye Games, wie schon Gemini Rue, Primordia und Resonance zuvor, aber solange man guten Stoff abliefert und sich die Titel trotzdem nicht zu ähnlich sind – wieso nicht?
Technobabylon startete 2010 als Freeware-Reihe und brachte es auf drei Episoden, bis es dann professioneller und mit Wadjet Eyes Hilfe als komplettes Game neu gestaltet wurde.

Das Setting ist jetzt nicht das originellste – da konnte Primordia mehr überzeugen –, größtenteils Cyberpunkstandard sozusagen. Die Story von James Dearden bietet von allem etwas; dystopischer Krimi à la Philip K. Dick, Fragen der Künstlichen Intelligenz à la Isaac Asimov, sowie organische Mensch-Technik/VR-Verschmelzungen à la David Cronenberg – gepaart mit ein paar interessanten eigenen Einfällen. Humor wird spärlich eingesetzt und ist mehr von zynischer Natur, herrlich z.B. die Idee mit einem gewissen Restaurant, was zwar klar ähem… Geschmackssache sein dürfte, doch will ich nicht zu viel verraten. Wenn auch hier abermals zum Großteil kein Feuerwerk an Originalität abgefeuert wird, so ist es doch tadellos inszeniert.

Für die Retrografik ist der, inzwischen bei Wadjet Eye etablierte, Ben Chandler verantwortlich. Davon abgesehen, dass Chandler was Anatomie und Perspektive betrifft nicht immer 100% treffsicher ist, und sofern man nicht generell etwas gegen Pixel Art hat, ist die Grafik gut gelungen. Die schicken Charakterportraits stammen von Ivan Ulyanov.  Portrait inklusive Textbox (alles nicht deaktivierbar) nehmen leider sehr viel Raum ein, und erstere sind zudem komisch ausgeschnitten, so dass es oftmals seltsam aussieht, wenn dahinter noch Charaktere herumstehen (bei den Screenshots gut zu erkennen). Auch die eingeklappten Inventar- und Options-Menüs nehmen mehr Platz ein als nötig.

Das Voice Acting ist wiedermal top (ein paar der Akzente vielleicht etwas zu affektiert). Den Soundtrack steuert Nathan Allen Pinard bei. Jener ist nett und passend, außerhalb des Games aber weniger interessant, dafür lohnt sich die Deluxe Edition meiner Meinung nach nicht. Seine Arbeit für Gemini Rue habe ich als etwas besser in Erinnerung.

Die Rätsel sind okay, durchwegs logisch. Es gibt ein paar wenige Stellen, an denen man vielleicht etwas länger verweilen könnte, doch ich musste nur ein einziges Mal zur Lösung greifen, und das nur, weil ich einen wichtigen Hotspot übersehen hatte (Hotspot-Anzeige auf Knopfdruck gibt’s keine). Insgesamt also nicht übermäßig fordernd, oder positiver betrachtet; relativ flüssig durchzuspielen. Rätseldesign überwiegend Mittelmaß, da wusste z.b. Resonance mehr zu überzeugen. Zumindest gibt es auch hier wieder an einigen Punkten alternative Lösungswege und Entscheidungen. Es gibt nur ein paar Situationen, in denen man sterben kann, wobei man dank Autosave direkt zuvor wieder einsteigen und es nochmal versuchen kann. Diese Szenen sind nicht allzu schwer zu meistern und sollten selbst für den actionphoben Point&Click-Abenteurer kein ernsthaftes Hindernis darstellen.
Die Spielzeit habe ich nicht gestoppt, würde geschätzt knapp über 10 Stunden sagen, was für den Preis absolut in Ordnung ist.

Fazit:
Solide Geschichte in detaillierter Welt, gekonnt erzählt. Nicht der herausragendste Wadjet Eye Titel, wer die bereits erwähnten Titel mochte, wird aber auch hier nicht danebengreifen.
Eine deutsche Version ist übrigens nicht in Sicht, durchschnittliche, praxisorientierte Englischkenntnisse sollten aber ausreichen. Primordia war da deutlich anspruchsvoller.


Story: 7 / 10
Grafik: 7 / 10
Musik: 6 / 10
Gameplay: 7 / 10


Seems legit.
Everything’s better with Ninjas! Ok, nicht wirklich ein Ninja, aber optisch nahe dran…
Nicht verwandt mit Miranda Veracruz de la Hoya Cardinal.

© Wadjet Eye Games / Technocrat Games


Download bei GOG


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