Mord mit kleinen Fehlern

Inhalt

Der skurrile Kriminalschriftsteller Andrew Wyke wohnt auf einem riesigen Anwesen. Seit einiger Zeit hat seine Frau ein Verhältnis mit dem Friseur Milo Tindle, weshalb der Autor ihn zu sich einlädt. Der Exzentriker, hat zwar prinzipiell nichts gegen eine Trennung, zumal er sich selbst auch eine Geliebte gönnt. Allerdings fürchtet er, dass ihn eine Scheidung teuer zu stehen kommen würde. Andrew schlägt daher vor, dass Milo seine Juwelen stiehlt und diese verkauft. Der Krimiautor selbst will die Versicherungssumme kassieren. Es ist der Beginn eines Spiels, dessen Ausgang beide nicht erahnen können …


Meinung

Was humorvoll und schrullig beginnt, entpuppt sich in der zweiten Hälfte als Psychoduell. Ein über zweistündiges Kammerspiel, welches dank des sophisticated Schlagabtausches zwischen Olivier und Caine durchgehend unterhält. Abzüge gibt’s dafür, dass es gegen Ende der ersten Hälfte kurz droht, zu albern zu werden, und für eine Wendung anfangs der zweiten Hälfte, die man drei Meilen gegen den Wind riecht. Zudem erscheint Caine schauspielerisch nicht ausgereift genug zu jener Zeit, kann daher in mancher dramatischen Szene nicht komplett überzeugen – er war damals schon der Meister des Lakonischen, darin ist er einzigartig und unschlagbar, aber hier wirkt er in einigen wenigen Momenten doch etwas überfordert.

„Ich nehme an, Sie konzentrieren sich heutzutage mehr auf kurze Sprints, als auf Langstreckenläufe.“
„Weit gefehlt, lieber Junge. Ich bin in bester Kondition, ich könnte für England über jede Entfernung kopulieren.“

Nichtsdestotrotz ein immer noch sehenswerter Film, selten im TV gezeigt, deshalb umso erfreulicher, dass er es jetzt doch noch auf DVD geschafft hat.
Es gibt übrigens ein modernes Remake davon; düsterer, aber auch farb- und charmeloser. Kurioserweise wieder mit Michael Caine, der diesmal den älteren Ehemann spielt.


Technisches

Bildtechnisch bekommt man eine okaye Schärfe geboten, dazu kräftige Farben, ohne auffällige Defekte oder Verschmutzungen im Master – da hätte sich vielleicht auch ein Blu-ray Release gelohnt, zumal die Kompression, trotz recht hoher Bitrate, nicht immer optimal zu arbeiten scheint.
Synchro und O-Ton in DD 2.0, wobei die altersbedingten Nebengeräusche der deutschen Tonspur nicht sonderlich ins Gewicht fallen, die Neigung zum Übersteuern könnte allerdings vom Label selbstverschuldet sein, der Pegel ist deutlich höher als beim O-Ton, die Dialoge bleiben zumindest jederzeit gut verständlich.
Untertitel gibt es keine, nur bei einem kurzen Satz, der in der deutschen Tonspur wohl abhanden gekommen ist.


Extras

Zwei Trailer und das war’s. Schade, die alte UK-Scheibe von Anchor Bay hatte da etwas mehr zu bieten.


Gesamturteil: 7 / 10


sleuth1
Was ist nur aus der englischen Gartenkultur geworden.
sleuth2
Das Interieur ist ähnlich geschmackvoll.
sleuth3
Jetzt wird’s arg clownesk…
sleuth4
Doch der Spaß nimmt bald sein Ende.
sleuth5
Man zeigt nicht mit nacktem Finger auf angezogene Leute!
sleuth6
Selbst der Matrose wirkt pikiert.

© Palomar Pictures International / Pidax Film Media Ltd.


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