Sindbad – Herr der sieben Meere

Inhalt

Der böse Zauberer Jaffar hat die irakische Stadt Basra mit einem Fluch belegt und darüber hinaus die schöne Prinzessin entführt. Um seine Macht zu brechen, müssen Seefahrer Sindbad und seine Mitstreiter – darunter ein Zwerg, ein Wikinger und ein Samurai – fünf mystische Steine finden und es mit übermächtigen Feinden aufnehmen.


Meinung

Gleich nach Filmstart fragt man sich erst einmal, ob die aus Versehen den falschen Film auf die Disc gepresst haben, denn man wird mit einem Foto von Edgar Allan Poe begrüßt. Doch das hat seinen Grund, wie gleich darauf berichtet wird, soll als Vorlage nämlich nicht Tausendundeine Nacht gedient haben, sondern eine darauf basierende Geschichte von Poe. Diese hat mit dem Film hier zwar auch nichts zu tun, aber gut…
Der Plot an sich ist dünn wie Seidenpapier und könnte auch aus einem JRPG stammen. Vier magische Kristalle, die auf der Welt verteilt wurden, müssen gefunden werden, um die Prinzessin zu retten. Aber die bunte Truppe um Sindbad bleibt stets in Bewegung, wobei man auf viele unterschiedliche Gegner trifft und der eine oder andere nette Einfall für Kurzweil sorgt. Die billig aber liebevoll eingerichteten Sets und Kostüme sorgen zusätzlich für Abwechslung.
Die Synchro ist ganz nett, bringt teils etwas mehr Wortwitz rein als im O-Ton, hält sich aber mit zu bemühten Kapriolen dezent zurück, nur kurz gegen Ende wird einmal ein Pseudo-Brandtsynhro-Spruch à la Megaforce rausgehauen. Die Synchro sorgt auch für einige unfreiwillige Lacher, so zum Beispiel der Zwerg mit seiner krächzigen Clownsstimme (ist eh schon schon schlimm genug, wenn man einen Clownsnamen wie Poochie hat), der auf Englisch ganz normal redet. Auch wirkt das Overacting von Steiner als Jaffar teils noch eine Spur bescheuerter.
Davon abgesehen, dass John Steiner mitspielt und es überwiegend eine italienische Produktion ist, hat Sindbad übrigens noch etwas mit Einer gegen das Imperium gemein; ursprünglich sollte es ein mehrstündiger TV-Mehrteiler werden, überlebt hat aber nur dieser temporeiche Film-Cut. Der geneigte Trash-Liebhaber darf sich auch hier gerne einen Punkt mehr zur Wertung dazudenken.
Um mit Cozzis sympathisch ehrlichen Worten abzuschließen:

„Letztendlich ist es kein schöner, aber zumindest passabler Film geworden […] Es ist nicht so, dass man weglaufen muss. Man kann anderthalb vergnügsame Stunden mit ihm verbringen.“


Technisches

Die Bildqualität ist schwankend, überwiegend okay, generell hat der Film leider ein recht weiches Bild, dazu kommen regelmäßig kleinere Verunreinigungen. Für einen Billigheimer wie diesen akzeptabel und wenigstens scheint nicht unnötig viel herumgefiltert worden zu sein, zudem kommt die Kompression mit erfreulich hoher Bitrate daher.
Die Dialoge sind sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch gut verständlich, dank der DTS-HD MA 2.0 Spur darf man das billige Synthgedüdel im Hintergrund verlustfrei „genießen“. Untertitel sind auch vorhanden, allerdings nur englische.


Extras

Trailer und Bildergalerie. Das Highlight ist ein 15-minütiges Interview mit Co-Regisseur/Autor Luigi Cozzi. Vermutlich eigens für dieses Release produziert, das ist löblich und nicht alltäglich.


Gesamturteil: 6 / 10


sindb1
Prinzessin Alina kurz vor ihrer vermeintlichen Hochzeit mit Ali. Ja, wirklich… Alina und Ali…
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Fifty Shades of Sindbad.
sindb3
So hart wird nicht mal im originalen Fifty Shades penetriert.
sindb4
Das sind doch mal amtliche Bösewichte.
sindb5
Ich bin zwar kein Psychologe, aber ich glaube, einer hier will mit seiner Frisur etwas kompensieren.

© Metro-Goldwyn-Mayer Studios Inc. / Koch Media GmbH


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2 Kommentare zu “Sindbad – Herr der sieben Meere”

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