Charley Varrick – Der große Coup

Inhalt

Der penibel geplante Überfall auf eine kleine Bank in einem verschlafenen Kaff in New Mexico erweist sich als tödliches Unterfangen für den ehemaligen Stuntpiloten Charley Varrick und seine Komplizen: Auf blutige Schusswechsel folgt eine waghalsige Flucht und Varrick muss der Tatsache ins Auge sehen, dass die eigentliche Arbeit jetzt erst beginnt. Statt der paar tausend Dollar, von denen in den Nachrichten die Rede ist, sitzen die Gangster nämlich auf einer 750.000 Dollar schweren Beute, die offenbar der Mafia gehört …


Meinung

Aufgemacht und vermarktet als beinharter, straighter Krimi/Thriller des Dirty Harry-Machers Don Siegel, fragte ich mich schon sehr früh, ob der Film in erster Linie nicht eher als schwarze Komödie bzw. Persiflage gedacht war, auch wenn einige der absurden Szenen offensichtlich nicht bewusst als solche intendiert waren…
Die Besetzung ist stark. Walter Matthau als gerissener Gauner ist grandios; cool, lakonisch, aber nicht unsympathisch. Der amerikanische Michael Caine sozusagen. Tatsächlich erinnert der Film auch etwas an den gelungeneren Pulp mit Michael Caine, aber um exakt diese Ebene zu erreichen, ist Don Siegel eben doch zu straight als Geschichtenerzähler. Heutzutage ist Matthau vielen vermutlich nur mehr als liebenswerter Klamauk-Onkel in Erinnerung, deshalb wird so mancher Zuschauer eventuell etwas brauchen, um sich an diese Rolle zu gewöhnen (wer Matthau in weiteren ernsteren Rollen erleben will, dem seien übrigens Die 27. Etage und die Todesfahrt empfohlen). Ebenfalls hervorzuheben ist Joe Don Baker als Molly; überzeichneter Mann fürs Grobe, der permanent Pfeife raucht, Frauen zum Vorspiel abwatscht und gerne Tee trinkt.

„Ich schlafe nicht mit Huren. Jedenfalls nicht wissentlich.“

Nicht falsch verstehen, ich beschwere mich gar nicht darüber, dass der Film nicht ganz das ist, als was er vermarktet wurde und wie viele ihn zu sehen scheinen. Gerade der Humor und die Skurrilität – wie auch das nette Finale – sind es, die ihn vorm Durchschnitt retten. Letztendlich gilt: wie auch immer man den Film deuten mag, langweilig ist er definitiv nicht.


Technisches

Solide Schärfe, kräftige Farben und ein generell sehr sauberes Bild. Vereinzelte Szenen lassen einen möglichen dezenten DNR-Einsatz vermuten, das könnten aber auch nur die üblichen, leichten szenebedingten Schwankungen sein.
Die Tonspuren sind ebenfalls gut erhalten und erklingen im verlustfreien DTS-HD MA Format, jeweils in Stereo, Deutsch wie auch Englisch, dazu optionale deutsche Untertitel.


Extras

Neben dem Standardkram wie Wendecover, Trailer, usw., ist eine Super 8 Fassung und eine Doku mit über einer Stunde Laufzeit enthalten. Ein recht dünnes, aber textreiches, Booklet ist auch dabei.
Insgesamt also eine starke Veröffentlichung für einen Film dieses Alters und mäßiger Bekanntheit.


Gesamturteil: 7 / 10


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Eine verdammt subtile Verkleidung.
varrick2
Schon besser.
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Das Geheimquartier der chinesischen Mafia…
varrick4
Da kommen üble Erinnerungen an Black Bat hoch…
varrick5
Charmebolzen Molly bei der Arbeit.

© Universal Studios / Koch Films GmbH


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