The Heroic Legend of Arslan Vol. 1

Inhalt

Wir schreiben das 320. Jahr von Pars, einem florierenden Königreich, das seine momentane Blüte der strikten Politik seines Herrschers, dem König Andragoras III verdankt. Doch der Reichtum weckt Begehrlichkeiten – vor allem im Nachbarreich Lusitanien, das eine Offensive gegen den Erzfeind Pars startet. In der großen und alles entscheidenden Schlacht wird König Andragoras III verraten, besiegt und gefangen genommen, seine Armee zerschlagen und das Königreich Pars von den Lusitaniern erobert. Sein Sohn, der junge Kronprinz Arslan, entgeht dank der Hilfe des treuen Kavallerieführers Daryun nur knapp dem Tod und flieht mit ihm und einigen weiteren loyalen Gefolgsleuten ins Exil. Gemeinsam schwören sie sich, das Königreich Pars aus den Händen der Invasoren zu befreien und den Thron zurückzuerobern. Doch um es mit der übermächtigen lusitanischen Streitmacht aufzunehmen, die von dem geheimnisvollen Maskenmann Hilmes angeführt wird, müssen Arslan und seine Getreuen zunächst selbst eine schlagkräftige Armee aufstellen.


Meinung

The Heroic Legend of Arslan hat eine lange Historie hinter sich. Es begann mit einer Romanreihe in den 80ern. In Animeform tauchte der Stoff erstmals Anfang der 90er als OVA auf, zeitgleich mit der ersten Manga-Adaption. 10 Jahre später begann Fullmetal Alchemist-Schöpferin Hiromu Arakawa mit ihrer Manga-Version von Arslan, und darauf wiederum basiert die aktuelle Serie.
So bahnbrechend wie Fullmetal Alchemist ist Arslan zwar nicht, vielmehr eine grundsolide Fantasy Serie, die nicht immer an den eigenen Anspruch herankommt, mit ausreichend Action und Drama, um den Zuschauer bei Stange zu halten, verfeinert mit ein wenig politischem Macht- und Intrigenspiel. Die Charaktere erreichen nicht die Tiefe von FMA. Was aber auch an der Erzählweise liegt. Man hat hier deutlich weniger Folgen zur Verfügung und die – recht ambivalente und umfangreiche – Handlung wird durchgehend ohne Filler-Episoden erzählt, da bleibt weniger Raum für Charakterentwicklung.
Arakawa scheint übrigens ein gutes Händchen für Timing zu haben bei ihren Themen. Begann die Ausstrahlung des Anime zu FMA – der unter Anderem die Brutalität wie Sinnlosigkeit des Ishbarkriegs und dessen weitreichende Konsequenzen behandelt – wenige Monate nach dem Start des Irakkriegs, so lässt sich auch bei Arslan, mit seinen fanatischen Gotteskriegern, eine Parallele zum realen Zeitgeschehen kaum leugnen.

Aber zu den Charakteren. Arslan, anfangs enorm unbedarft, gutmütiger Thronerbe von zweifelhafter Herkunft (zumindest fallen früh entsprechende Anspielungen), ist recht sympathisch, daher verfolgt man seine Entwicklung vom Fall zum Wiederaufstieg gerne mit. Ebenso sein loyaler Verbündeter Daryun und dessen listiger Kumpane Narsus (Hobbymaler Richtung „Ist das Kunst oder kann das weg?“). Bisher weniger ausgearbeitet sind seine weiteren Mitstreiter. Das wären der Barde Gieve, Draufgänger und semi-erfolgreicher Frauenheld, was ganz amüsant ist, auf Dauer aber nerven könnte. Nebenbei scheint er auch noch magisch begabt zu sein; in einer Szene beginnt er auf seiner Laute zu spielen und plötzlich ertönen im Vordergrund Flötentöne – WTF? Du spielst das Instrument offensichtlich ganz falsch, Junge… Und dann noch die ebenso schlagkräftige Priesterin Farangis, welche, sagen wir mal aus dramaturgischen Gründen, meist halbnackt herumrennt. Zu viel Stoff behindert auch nur bei den vielen Kämpfen… Mehr Würze bringt da schon Etoile rein, ein Charakter, der ein wenig zwischen den Fronten steht und durchaus mehr Screen-Time verdient gehabt hätte, aber mal die zweite Hälfte der Staffel abwarten.

Das Charakterdesign ist sehr ansehnlich. Die Ähnlichkeiten mancher Gesichter mit denen in FMA sind kaum zu übersehen, das Grunddesign stammt schließlich von derselben Mangaka.
Die Animationsqualität stimmt ebenfalls. Die Kämpfe sind gut inszeniert. Die Serie wird von relativ viel CGI unterstützt, diese hat man schon deutlich schlechter integriert gesehen, bemerkbar bleibt es meist halt trotzdem. Die Hintergründe sind okay, jedoch selten herausragend – teils mehr zweckdienlich als schön. Immerhin kommen im späteren Verlauf mehr nette Landschaftszeichnungen hinzu.
Opening und Ending bieten typischen 08/15 J-Pop/Rock, vor allem das Opening passt überhaupt nicht. Die Musik innerhalb der Folgen ist allerdings sehr gelungen und fügt sich gut ins Geschehen ein.

Die Hauptsprecher sind solide bis gut. Farangis‘ Sprecherin passt mit ihrer unterkühlten Art gut, doch bei ihren wenigen emotionaleren Momenten könnte sie überzeugender sein. Einige der kleinen Rollen können auch nicht immer 100% überzeugen.


Technisches

Ein gewagter Schritt von Universal, nur zwei Discs für 13 Episoden zu verwenden. Doch auch wenn das nicht gerade optimal ist, so macht sich das schon bei der DVD Version überraschenderweise kaum negativ bemerkbar. Das Bild ist recht scharf und sauber. Vielleicht sind aktuelle HD Produktionen mit nicht allzu detailreicher Animation, wie bei Arslan der Fall, da einfach etwas unproblematischer.
Tonspuren sind ganze vier (Japanisch, Englisch, Deutsch, Französisch) in DD 2.0 enthalten. Den englischen 5.1 Upmix der Blu-ray hat man sich wohl aus Platzgründen gespart, nicht unvernünftig.
Die Untertitel sind durch die weiße Schrift mit schwarzer Umrandung gut lesbar, je nach persönlicher Präferenz eventuell ein Tick zu hoch platziert (siehe Screenshots).


Extras

Auf Disc 1 haben wir Trailer und TV Spots zur Serie, textless Opening und Ending inklusive optionaler Untertitel mit Übersetzung. Auf der zweiten Disc befinden sich ein paar Comedy Shortclips (OmU). Die Limited Edition beinhaltet dazu massig physische Extras, wie ein dickes Booklet (oder eher schon Buch), Sammel- und Artkarten, und ein Poster/Schachbrett mit passenden Figuren. Für den ohnedies schon attraktiven Preis eine sehr gute Ausstattung.


Gesamturteil: 7 / 10


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© Universal Pictures


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Kleine Anekdote am Rande, falls sich jemand fragt, weshalb es auf einer gewissen Animeseite ein fast identisches Review gibt. Mich schrieb der Betreiber an, ob ich nicht mit ein paar Reviews aushelfen könne. Das erste Review mailte ich ihm wenige Tage nach Erhalt der Scheiben; kein Feedback, auf der Seite tat sich auch nichts. Die Wochen vergingen und immer noch keine Reaktion. Nachlaufen wollte ich ihm auch nicht, schließlich hatte er mich gebeten und ich hatte geliefert. Also betrachtete ich die Angelegenheit als erledigt, straffte und überarbeitete das Review noch ein wenig und veröffentlichte es hier. Sehe nun gerade, dass er das Ding inzwischen doch reingestellt hat – unter seinem Namen, davon war natürlich nie die Rede. Sehr schlechter Stil, auch juristisch sicherlich nicht sauber, aber ich hake es einfach ab. Lesson learned.


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