Maria the Virgin Witch Vol. 1

Inhalt

Frankreich im Spätmittelalter während des Hundertjährigen Krieges. Maria lebt, wie es sich für eine Hexe gehört, in einer abgeschotteten Waldhütte, zusammen mit ihrer durch(ge)triebenen Sukkubus-Dienerin Artemis. Maria ist allerdings nicht nur Jungfrau und Hexe sondern auch Pazifistin. Permanent verhindert sie entweder selbst diverse Gefechte mit den Engländern, indem sie Monster heraufbeschwört und alle Teilnehmer verscheucht, oder sie lässt dies Artemis im Vorfeld auf ähem… diplomatischere Weise regeln.
Als kurz darauf ein Dorf in der Nähe ihrer Hütte angegriffen wird und Maria sich wieder einmal einmischt, platzt denen oben, allen voran Erzengel Michael, endgültig der Kragen; ein göttlicher Eingriff steht schließlich nur einem zu (kleiner Tipp: Gott). Als Hexe auf Bewährung darf sie nun nicht mehr öffentlich zaubern, zudem gehen ihre magischen Kräfte flöten, sollte sie ihre Jungfräulichkeit verlieren.


Meinung

Die Serie bietet vom Start weg vor allem Comedy. Auch wenn nicht alles zündet und manches sich zu sehr wiederholt, ist es doch recht amüsant. Vieles davon dreht sich um kleinere Kabbeleien zwischen Maria und ihrer wachsenden Anzahl an Mitbewohnern, aber auch erfrischend offensiver Humor kommt vor. Allzu platter Fanservice hält sich trotz der oftmals sexuellen Thematik im erträglichen Rahmen. Bloß einige der Nacktszenen von Maria hätte es nicht unbedingt gebraucht, die wirken doch arg forciert und kommen auch im Manga weniger häufig vor. Doch schwingt bei aller Comedy auch permanent einiges an Sozial- und Kirchenkritik mit, und gegen Ende der ersten Volumes lernt man auch zunehmend die ernstere Seite von Maria kennen.
Der Hauptplot scheint sich eher langsam aufzubauen, von daher kann man darüber noch kaum urteilen. Bisher präsentiert sich Maria the Virgin Witch jedenfalls als kurzweilige Serie mit einigen interessanten Eigenheiten und angedeutetem Potential für noch weit mehr. Abwarten und Kräutertee trinken…

Was Zeichnungen und Animation betreffen, liefert das Studio Production I.G eine nahezu tadellose Arbeit. Die Charaktere der Vorlage sind erkennbar, aber leicht verändert. Man orientierte sich mehr am modernen Anime-Standard, im Manga kommen die schon etwas retromäßiger daher. Sehr hübsch auch die ins Fotorealistische gehenden Hintergründe.

Die Synchro passt gut und die Sprecher bringen eine entsprechende Leistung. Mein persönlicher Favorit ist die Sprecherin von Artemis, die den Charakter perfekt auf den Punkt bringt, aber auch Maria und die restlichen größeren Rollen überzeugen. Nur ein paar der Komparsenrollen stechen hin und wieder eher negativ hervor. Außerdem fallen ab und an ein paar unnatürliche Pausen in den Sätzen auf, was zumeist aber der Lippensynchronität geschuldet sein dürfte.

Als Opening fungiert eine upbeat J-Pop Nummer, indes im Ending ruhigere Töne angeschlagen werden. Objektiv gesehen ganz solide, musikalisch eben nicht mein Ding.
Der sonstige, klassischere, von Streichern und Bläsern dominierte, Soundtrack hält sich dezent zurück und fügt sich gut ein.


Technisches

Das Bild ist schnell umschrieben, da es schlichtweg nichts auszusetzen gibt: Schärfe, Farben, Kontrast, etc. sehr stark. Auch die Bitrate liegt bei ordentlichen 25 Mbps herum pro Episode.
Ton Japanisch und Deutsch, jeweils Stereo und im verlustfreien DTS-HD MA Format. Ton und Untertitel lassen sich in der laufenden Episode nur über das Pop Up Menü umschalten, Untertitel- und Audiotaste sind gesperrt. Dürfte generell so ein Tick von Kazé sein, siehe auch Paranoia Agent. Die Untertitel sind übrigens gut lesbar, Screenshot gibt’s weiter unten.


Extras

Auf der Disc selbst nicht viel. Per Menü aufrufbare Credits und ein paar Trailer zu weiteren Serien. Die limitierte Erstauflage enthält laut AV-Visionen Homepage Band 1 der Manga-Vorlage, Lesezeichen, Postkarte und ein 48-seitiges Booklet.

Der Manga liegt mir vor. Durchaus interessant, das mal direkt vergleichen zu können. Im Kern dieselbe Handlung wie im Anime, mit teils anderen Nebenhandlungen und kleineren Abweichungen. Das Charakterdesign unterscheidet sich, wie schon erwähnt, auch etwas. Im Vergleich gefallen mir die expressionistischen Augenpartien im Manga sogar etwas besser. Ein paar Charaktere kommen im Manga gar nicht vor, oder werden womöglich erst später eingeführt.
Wie schon im Anime, merkt man an einigen Details, dass sich Ishikawa durchaus eingehender mit der Epoche und der Thematik beschäftigt hat, es dient nicht nur als bloße exotische Kulisse, wie bei so vielen japanischen Serien.
Als nettes kleines Extra gibt es auf den letzten Seiten ein paar Infos über Golems, inklusive Bastelanleitung. Da null Talent für alles Kunsthandwerkliche, erspare ich der Welt einen Nachbau. Er würde, allein schon aus Scham vor seiner abscheulichen Hässlichkeit, sowieso nicht lebendig werden…


 Gesamturteil: 6,5 / 10


maria1-1
Die Outfits sind definitiv ein Fall für die Inquisition.

maria1-2

maria1-3
Katholische Traditionen…

maria1-4

maria1-5

© Masayuki Ishikawa・KODANSHA / Maria Project.


Bei Amazon kaufen


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s