Hercules – 3 Movie Edition

Dreimal Muskelmänner in Sandalen und Miniröcken – woohoo!

Wir starten mit dem schlicht betitelten Hercules, starring Ex-Hulk und Sindbad Lou Ferrigno. Der Film beginnt auch gleich ganz am Anfang, nämlich mit dem Urknall, dieser wird ungemein spektakulär dargestellt… Doch um das Ganze nicht zu sehr ins Wissenschaftliche driften zu lassen, werden gleich darauf die Büchse der Pandora und die Geburt der Götter ins Spiel gebracht, die, warum auch immer, aussehen, wie aus einem 60er Jahre Science Fiction Film entflohen.
Irgendwann ward dann das von Zeus begünstigte Herkules Kindlein geboren, statt mit Weihrauch und Myrrhe wird es jedoch mit einem Mordanschlag willkommen geheißen. Die Eltern werden getötet und das Baby von einer Amme fortgeschafft. So wächst das Kind unter seinen bäuerlichen Adoptiveltern zu einem großen Ferrigno heran. Eines Tages wird sein Vater von einem Bären attackiert, Ferrcules eilt zur Hilfe und eine epische Schlacht beginnt – The Revenant ist ein Dreck dagegen… Der Kampf besteht aus einer Mischung aus hineingeschnittenem Archivmaterial eines echten Bären und einem Typen im Kostüm. Während Ferrcules also unter unpassenden Soundeffekten auf das Vieh einboxt, liegt der Vater längst tot am Boden, das macht ihn erst recht wütend und er schleudert das Vieh hinaus in das Weltall, worauf das Sternbild des Bären entsteht.

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Wenn das nicht eine der großartigsten Filmszenen aller Zeiten ist… Auch im weiteren Verlauf gibt es einiges an charmant grottigen Effekten, herrlichen Sets und absurden Ideen zu bewundern, manches erinnert mehr an He-Man als an antike Mythen. Das eher uninspirierte Gekloppe und die kleinere Durststrecke im Mittelteil fallen bei dem ganzen Wahnsinn nicht zu sehr ins Gewicht, die 95 Minuten sind schnell genug um. Insgesamt ein schöner Trash-Spaß.
Das Bild ist ganz gut für ein altes B-Movie; guter Kontrast, solide Schärfe, nur generell recht dunkel ausgefallen. Vereinzelte Szenen sind verwackelt und unscharf. Man merkt, dass es der einzige Film der Sammlung ist, der auch auf Blu-ray erschienen ist. Neben der deutschen sind die italienische und die englische Tonspur mit an Bord, dazu optionale deutsche und englische Untertitel. Extras Trailer und Bildergalerie.

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Danach bekommen wir Einblick in die Liebesnächte des Herkules. Klingt eher nach den Sex-Klamotten, wie sie früher auf Sat1 liefen, ist aber ein klassisches Sandalen-Abenteuer. In Sachen Massenszenen und Außenlocations etwas aufwändiger, ansonsten viel Intrigenspiel und Liebesschmierendrama, sowie deutlich weniger Irrsinn (wie z.B. die grauenhafte Hydra-Interpretation). Auch der Herkules hier ist geerdeter, so braucht er z.B. minutenlang um ein Stadttor mit einem Baumstamm einzurammen, Ferrcules hätte sicherlich einfach einen Bären durchgeschmissen… Mittelmäßiger doch durchwegs schaubarer Film.
Das Bild ist im Vergleich zum ersten Film etwas matschiger aber akzeptabel, relativ sauber, der Bildstand ist auffällig unruhig. Ton Deutsch und Italienisch, Untertitel diesmal nur Englisch. Neben Trailer und Bildergalerie ist die US-Schnittfassung enthalten, die ist einige Minuten kürzer und – Überraschung – in Englisch (keine Untertitel), bietet zudem etwas schlechtere Bildqualität im 4:3 Format.

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Die asozialen Bösewichte erkennt man direkt am multiplen Vokuhila.

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Der Kult des goldenen Arschgesichts.

So, fast geschafft. Jetzt nur noch schauen, was Herkules‘ Sohn so treibt, in Maciste. Mit Herkules scheint der Film allerdings nichts zu tun zu haben, das dürfte wieder so ein Geniestreich der deutschen Titelgeber gewesen sein. Wieder einmal wird irgendein Königreich angegriffen, der König getötet, die Königin gefangen genommen, und der Sohn kann gerade noch weggeschafft werden. Schließlich landet der Kleine bei Maciste, jener macht sich sogleich auf, dessen Mutter zu befreien.
Ein weiterer typischer 60er Schinken, etwas behäbiger inszeniert als der liebeskranke Herkules zuvor, richtiges Monster gibt es auch bloß eines zu besiegen. Für Fans okay, mir jedoch zu lahm und gewöhnlich, da kommt nur milde Freude auf.
Das Bild befindet sich auf ähnlichem Niveau wie die Liebesnächte, aber mit ruhigerem Bildstand. Im Gegensatz zur alten DVD außerdem ungekürzt und im richtigen Bildformat (Cinemascope). Gesprochen wird wahlweise Deutsch, Italienisch oder Englisch, wobei die deutsche Tonspur nicht gerade gut erhalten ist. Untertitel gibt es keine, bloß für eine kurze italienische Sequenz. Als Bonus gibt es, wie üblich, Trailer und Bildergalerie.

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Keine Sorge, liebe PETA-Aktivisten. Der streichelt das Kätzchen nur in den Schlaf.

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Aus irgendeinem Grund zieht Maciste fast den gesamten Film über den Bauch ein. Vielleicht hatten sie keinen Rock in seiner Größe.

Fazit: Ein nettes Release mit ordentlicher Qualität und Ausstattung. Auch wenn die anderen beiden Filme nicht 100% mein Ding sind und nicht so ganz zum 80er Trash des Ferrcules passen. Und erfreulicherweise nur ein Film pro Disc, was bei solch billigen Sammlungen nicht üblich ist.


Gesamturteil: 6 / 10


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