Samurai 7

Inhalt

Japan zu Zeiten der Samurai in einer alternativen Cyber-/Steampunk Welt. Der Krieg ging gerade erst zu Ende, doch für die auf sich selbst gestellten Bauern sieht es nach wie vor schlecht aus. Regelmäßig luchsen ihnen Banditen mit ihren mächtigen Mechas die Ernte ab. Die wehrlosen Bauern können die Tyrannei der gierigen Banditen nicht länger ertragen und entschließen sich, Samurai zu engagieren, um sie endlich zu bekämpfen. Und so macht sich Kirara, die Wasserpriesterin, auf in die Stadt. Begleitet wird sie von ihrer kleinen Schwester Komachi und vom Bauern Rikichi, der noch eine persönliche Rechnung mit der Banditenbande zu begleichen hat.
Die Suche erweist sich als schwierig, nicht alle Samurai sind so edel wie gedacht und wollen sich schon gar nicht für ein wenig Reis als Bezahlung einspannen lassen. Folglich sind die ersten Mitstreiter nicht sehr beeindruckend: Okamoto Katsushiro, sehr jung und unerfahren, und der ebenso unerfahrene wie aufbrausende Robo-Samurai Kikuchiyo. Zu allem Übel hat auch noch der hinterhältige Ziehsohn des Handelsfürsten, Ukyo, ein Auge auf Kirara geworfen und legt der Gruppe zusätzlich Steine in den Weg…


Meinung

Akira Kurosawas Die sieben Samurai ist einer der einflussreichsten Filme des japanischen Kinos, das Western-Remake, Die glorreichen Sieben, ist längst selbst zum Kultfilm avanciert, keine Überraschung also, dass diesem Klassiker auch in Anime-Form Tribut gezollt wurde. Und das funktioniert trotz Cyborgs und Mechas recht gut. Das alte Japan verschmolzen mit dem technophilen modernen Japan sozusagen. Am Grundplot wurde gar nicht so viel verändert, auch die Charakterzeichnung ist teils sehr nah am Original. Einige Szenen wurden nahezu 1:1 übernommen, wie der eindringliche Monolog von Kikuchiyo, der bis dahin weitestgehend nur als Comic-Relief dienen durfte, in dem er den Geiz und die Verschlagenheit der Bauern und zugleich die Skrupellosigkeit der Samurai anprangert.
Auch der stimmige Soundtrack, der von asiatisch-folkloristisch anmutenden Percussions und Flöten dominiert wird, trägt viel zur authentischen Atmosphäre bei. Bei der Synchro gibt es nur eine Kleinigkeit auszusetzen, nämlich Komachi. Die Sprecherin liefert an sich keine schlechte Leistung, doch ist sie einfach zu alt und die Stimmlage wirkt zu gekünstelt.
Die Laufzeit ist gut doppelt so lang wie die des schon überlangen Originalfilms, daher wurden zusätzlich einige neue Charaktere und Nebenhandlungen geschaffen. Die Nebenschauplätze sind teils sehr sehenswert, allein das Moebius-eske unterirdische Dorf mit deren seltsamen Bewohnern, welches die Gruppe bei ihrer Rückreise passiert, ist ein grandioser Anblick. Gegen Anfang und besonders gegen Ende hätte man aber durchaus etwas straffen können, man hätte nichts Wesentliches verpasst, wenn die Serie insgesamt 2-3 Episoden kürzer ausgefallen wäre.

Samurai 7 erreicht zwar selten die Brillanz der ebenfalls aus dem Studio Gonzo stammenden Graf von Monte Christo Adaption aus demselben Jahr, bietet jedoch eine sehr gelungene, Shonen-lastige Version des Kurosawa Klassikers, mit einer ausgewogenen Mixtur aus Humor und Action, ohne zu inflationär auf beide Elemente zu setzen – der Fehler wird bei diesem Genre ja gerne gemacht –, und ist zudem nicht komplett ohne Anspruch. Außerdem ist die Serie, dank der hohen Produktionsqualität damals, nicht schlecht gealtert und nach wie vor äußerst ansehnlich.


Technisches

Bildtechnisch fällt Samurai 7 in eine problematische Phase. Die Zeit der Cel-basierten Anime war vorüber, das meiste wurde bereits digital, aber noch in niedriger Auflösung, produziert. Letzteres kann hier nicht zutreffen, dafür sieht die Blu-ray Version zu gut aus. Zwar ist das Bild nicht durchgehend so sauber und knackig wie bei aktuellen Serien, doch befindet es sich deutlich über DVD-Niveau, somit dürfte Samurai 7 wohl zu den ersten HDTV Animeproduktionen gehören. 3 Discs sind nicht gerade viel für 26 Episoden, zumindest wurde der Speicher der Dual-Layer Scheiben gut ausgenutzt und die Bitrate ist ordentlich mit im Schnitt knapp über 20 Mbps.
Für die deutsche Spur wurde der 5.1 Mix der alten Panini DVDs verwendet, auf Japanisch kommt eine Stereospur zum Einsatz. Bei den DVDs jeweils in Dolby Digital und bei den Blu-rays in verlustfreien Formaten. Dazu natürlich optionale, gut lesbare, Untertitel.

DVD vs Blu-ray:

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Extras

Auf den Discs befinden sich null Extras. Als Bonus kann, neben Poster und Sticker, das nett aufgemachte Digipak mit Schuber gesehen werden, die machen nicht unbedingt den stabilsten Eindruck, aber das bleibt bei fetteren Digis kaum aus.

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Gesamturteil: 7,5 / 10


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Working Class Heroes.

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Nein, das ist immer noch ein Ausschnitt aus Samurai 7, nicht Transformers the Anime.

© 2004 AKIRA KUROSAWA / SHINOBU HASHIMOTO / HIDEO OGUNI / NEP · GONZO


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