Nils Petter Molvær – Baboon Moon

Baboon Moon ist stilistisch das aufregendste NPM Album seit Khmer. Stian Westerhus, der tonangebende neue Gitarrist und Produzent, tut dem Album hörbar gut, setzt frische Impulse, weiter weg von sphärischen Ambientklängen und elektronischen Beats, mehr Richtung experimentelle Rock Band.

Langsam treibender Bass und sachte Trompeten-Klangfetzen, die sich immer weiter zu einer Melodie verdichten, nun legen auch die Drums zu und der begleitende Drone-Teppich intensiviert sich, nur um bald darauf wieder zurückzufahren, um das brodelnde Gewitter neu aufzubauen. Mercury Heart ist ein grandioser Start; atmosphärisch, mitreißend, mit vielen dynamischen Veränderungen.
Weiter geht’s mit einem netten, ruhigen Zwischenspiel, bis mit Recoil die Hölle losbricht. Getragen von einem simplen, sich wiederholenden Gitarrenriff, kreischt Molværs Trompete erstmals heftiger durch den Sturm, jedoch gut dosiert und nicht zu penetrant in den Vordergrund gemischt – Blasinstrumente können schon nervige Frequenzen produzieren…
Bloodline, vielleicht das beste unter den ruhigeren Stücken, lässt uns wieder etwas entspannen, kurz vor dem Höhepunkt des Albums. Sleep With Echoes beginnt einmal mehr sehr dezent, mit einer Melodie, die an Mercury Heart erinnert, bis mit einem Knall die doomige Gitarre erklingt und die ebenso spärlichen wie prägnanten Drums einsetzen. Im Hintergrund sind Slide Guitar Fragmente zu hören, passend zu dem düsteren Blues. Später dann ein herrlich fuzziges Gitarrensolo – immer kurz davor, vollends dem Oszillationschaos zu verfallen. Ähnlich würden Earth klingen, hätten sie sich dem modernen nordischen Jazz verschrieben.
Blue Fandango ist ein kleinerer Hänger, anschließend geht es wieder aufwärts, doch die Stärke das Albums liegt klar in der ersten Hälfte.
8,5 / 10


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