Nintendo Switch ist da

Nein, ich habe mir das Teil nicht zugelegt und das wird dieses Jahr sicherlich auch nicht mehr passieren – wenn überhaupt. Nur ein paar Gedanken nach den ersten veröffentlichten Tests und ein paar weitere Kuriositäten bezüglich der neuen Konsole von Nintendo.

Mit Nintendo verbindet mich schon länger mehr eine Hassliebe. In vielerlei Hinsicht sympathisch, innovativ und verspielt bis in die kleinsten Details, andererseits stur bis regelrecht verbohrt und unglücklich in vielen maßgeblichen Entscheidungen.
Grundsätzlich wirkt der/die/whatever Switch ausgereifter und interessanter als Nintendos letzte Konsole – was kein Kunststück ist, noch nie ging mir ein Stück Hardware so am Arsch vorbei wie die Wii U. Wartete die Wii U noch mit einem Monstrum von Gamepad auf, scheinen die Switch-Winzteile fast schon zu klein ausgefallen für große Hände oder lange Finger und wirken in jeder der möglichen Haltungs- und Verwendungsarten nicht gerade ergonomisch.
Ein weiterer Knackpunkt ist die Hybrid-Auslegung. Immerhin ist der Screen besser als die mäßigen DS/3DS/Wii U Touchscreens. Trotzdem hätte ich die Handheld-Funktion eigentlich gar nicht gebraucht. Erstens stelle ich mir ein Handheld etwas kleiner und taschenkompatibler vor. Zweitens ist die Akkulaufzeit mit etwa drei Stunden reeller Spielzeit schon sehr am Limit meiner Mindestlaufzeit für ein Handheld. Drittens macht die Hybrid-Konzeption bestimmt einen nicht unwesentlichen Teil des Preises aus – warum also für ein Feature blechen, welches man kaum nutzen wird.
Ganz zu schweigen von dem durchgehend überteuerten Zubehör. Wenigstens war man, im Gegensatz zum 3DS, gnädig genug, ein Netzteil beizulegen, einzeln gekauft will man dafür doch tatsächlich 28 Euro haben. Insgesamt würde mich der Spaß zum Einstieg also über 450 Euro kosten (Konsole 330, Pro Controller 70, Zelda 70). Da erscheint mir derzeit eine PS4 Slim für unter 300 viel attraktiver…

Butter bei die Fische. Bringt doch einfach eine normale Konsole in der Größe der Switch Dockingstation für 250 Euro heraus, ohne Screen, keine Joy-Cons und sonstiger Firlefanz, dazu den Pro Controller reingepackt – und selbst ich hätte mir, trotz mäßiger Softwareauswahl, einen Day One Kauf zumindest überlegt. Konzentriert euch auf simple, schnörkellose Hardware – keine Innovationen mehr, nur um der Innovation willen – und vor allem auf eure Stärke: Software. So einfach geht das, Nintendo!
Software lautet auch der nächste Punkt. Nintendo bringt es nun schon seit längerem fertig, mit jeder neuen Konsole sukzessive mehr Entwickler zu vertreiben. Auch dieses Mal werden es Entwickler wegen der im Vergleich deutlich schwächeren Hardware und der untypischen Controller nicht bequemer haben, besonders was Multi-Plattform-Titel angeht. Okay, aber Nintendo Hardware kauft man in erster Linie ohnehin um die hauseigenen Games zu zocken, mag man jetzt einwenden und damit nicht komplett daneben liegen. Nur sind die ersten großen Switch Games im Grunde Wii U Games. Breath of the Wild startete als Wii U Titel und wurde im Laufe der Entwicklung auf die neue Hardware portiert, Mario Kart 8 ist eine gepimpte Version des Wii U Games. Sicherlich qualitative Games, aber Fakt bleibt eben, dass die ersten großen Nintendo Exklusivtitel für Switch, wie Xenoblade Chronicles 2 und Mario Odyssey, erst viele Monate nach Release der Konsole kommen. Für treue Nintendoaner und Wii U Besitzer stellen Zelda und Mario Kart kaum einen Mehrwert dar.
Nintendo muss ganz schön unter Zeitdruck gestanden haben. Was sich auch in dem minimalistischen System widerspiegelt; keine Apps wie Video on Demand Dienste, es lassen sich noch nicht einmal Savegames auf eine SD-Card sichern – seltsamerweise werden Saves auch nicht direkt auf der Game Cartridge gespeichert, sondern auf den bereits knappen Flash-Speicher der Konsole. Und es gibt nach wie vor die unbeliebten Friend Codes fürs Online Gaming, zudem soll jenes auch noch zusätzlich Geld kosten. Klar, vieles ist via Updates nachrüstbar und einiges wird in den nächsten Monaten bestimmt noch ausgebaut werden (wobei Nintendo da erfahrungsgemäß behäbig ist), aber selbst für den Anfang ist das schon sehr mau.

Fun Facts:

Die Switch Cartridges sind mit einem Bitterstoff überzogen, damit Kleinkinder sie nicht so einfach runterschlucken:
kotaku.com/nintendo-switch-cartridges-taste-so-bad-1792869498

CNET blamierte sich mit einem Video, das zeigen sollte, wie unzuverlässig der ausklappbare Tischständer des Handhelds ist:
youtube.com/watch?v=PPtPIpXwpvs
Gut, den stabilsten Eindruck macht dieser wirklich nicht, doch wenn der Honk im Clip nicht ständig daran rütteln und ziehen würde, würde das Ding auch nicht umfallen. Nebenbei kann man gut erkennen, dass der Ständer nicht so leicht kaputt geht, sondern bei zu viel Druck nach hinten einfach abgeht und man ihn dann wieder anstecken kann. Gut konzipiert und erfüllt bei normalem Gebrauch sicher seinen Zweck.

Ein Kommentar zu “Nintendo Switch ist da”

  1. Das mit der PS4 war auch genau mein Gedanke als ich von dem Preis gehört habe, den finde ich nämlich auch ziemlich heftig. Wieviel man da an Speicher (versuchen) muss aufzurüsten ist auch nicht gerade lustig …

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s