Agatha Raisin Staffel 1

Inhalt

Schon lange träumt die erfolgreiche Londoner PR-Beraterin Agatha Raisin von ihrem perfekten Landhausleben-Glück. Nun soll es endlich so weit sein. Doch die verschrobenen Dörfler erweisen sich als schwer knackbar. Natürlich könnte sie sich über die Jahre einleben, nur ist sie dafür viel zu ungeduldig. Da kommt der traditionelle Quiche-Wettbewerb wie gerufen, um ihr Ansehen rasch zu erhöhen. Als Meisterin der Mikrowellen-Kochkunst bescheißt sie natürlich skrupellos und kauft ihre Quiche im Feinkostladen, diese enthält jedoch eine Zutat, welche tödlich für den Preisrichter endet. Die Polizei wirkt zwar motiviert, hat aber keine Erfahrung mit Mordfällen, also beschließt Agatha ihre eigenen Ermittlungen zu starten – was sie bei den meisten Einwohnern nicht gerade beliebter macht.


Meinung

Ob Agatha Christie ihre Namensvetterin gemocht hätte, darf bezweifelt werden, vermutlich hätte sie Raisin für zu penetrant befunden. Doch das macht nichts, hier haben wir es mit einer völlig anderen Art von Hobbydetektivin als Miss Marple zu tun; sehr aktiv bis aufdringlich und auch mal egozentrisch, ja, aber nicht ohne Charme mit ihrer teils tollpatschigen, fehlerhaften und dennoch selbstbewussten Art. Auch der Humor ist zeitgemäß. Das Spielen mit Klischees und das schrullige Treiben um das Kaff erinnert an die Vorstadt-Satire Desperate Housewives, nur dass hier vordergründig statt Soap klassische Whodunit-Kost aufgetischt wird und es eben in einem typischen englischen Kaff spielt. Genauer gesagt, wirkt es wie die Mutter aller englischen Dörfer, fast schon zu kitschig, wäre nicht bekannt, dass es ein realer Ort ist, würde man glatt Tim Burton’schen (Studio-)Kulissenzauber dahinter vermuten. Herrenhäuser, eine alte Kirche, Cottages in denen genauso gut Hobbits hausen könnten, ein Teich inklusive Enten und viel Grün dazwischen, alles umzäunt von alten Steinmauern oder Hecken – herrlich!

Die Besetzung weiß ebenso zu überzeugen. Allen voran Ashley Jensen (Extras) als Agatha Raisin und Katy Wix als ihre Freundin/Putzfrau Gemma (Auch optisch sehr authentisch – was ein schlechter Lidstrich so ausmacht…)
Im Pilotfilm außerdem mit Robert Bathurst als ältlicher Dorfbock vor dem keine Frau sicher ist und Hermione Norris als dessen Ehefrau, beide bekannt aus vielen britischen Produktionen.

Die Plots könnten ausgefeilter sein, zumindest ist das Drumherum immer unterhaltsam genug, dass dies problemlos verschmerzbar ist, wobei Dramatik und Spannung in den späteren Episoden noch mal etwas zulegen. Die Hauptzielgruppe dürfte eher weiblicher Natur sein, trotzdem ist die Serie auch als Dreibeiner leicht goutierbar. Alles in allem bietet Agatha Raisin eine kurzweilige Symbiose aus klassischem britischen Countryside-Krimi und moderner Comedy.


Technisches

Geboten wird ein solides, progressives Bild mit starken Farben und gutem Schwarzwert. Geht man näher an den HD-TV ran, sieht man einige Kompressionsartefakte, was bei einer DVD nun einmal zu erwarten ist. Schade, dass es eine Serie von 2016 nicht auf Blu-ray geschafft hat, kurioserweise scheint sie selbst in Großbritannien nur auf DVD erschienen zu sein. Ansonsten gibt es nicht viel zu kritisieren, höchstens, dass die Episodenaufteilung der drei Discs nicht optimal ist (3/4/2), mit einer 3/3/3-Aufteilung wäre sicherlich eine höhere Bitrate auf der zweiten Disc möglich gewesen.
Die gelungene deutsche Synchro bietet Surround und der englische O-Ton nur Stereo Sound. Eine Untertitelspur für englische Textstellen, wie Schilder, ist vorhanden, aber keine für den O-Ton.


Extras

Etwa ein halbes Dutzend Interviewschnippsel von jeweils wenigen Minuten verteilt auf allen Discs, zusätzlich befindet sich auf der dritten Disc eine Trailershow. Das Amaray hat kein Wendecover, kommt aber in einem Pappschuber ohne FSK-Logo.


Gesamturteil: 7 / 10


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Welcome to England, take an umbrella!

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Meet the Boggles. Too old to care.

© Sky UK Limited / polyband Medien GmbH


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