Fortress

Inhalt

Merika in ferner Zukunft (2017). Wegen Überbevölkerung und Ressourcenknappheit ist nur mehr ein Kind pro Paar erlaubt. John Brennick (Christopher Lambert) und seiner Schwangeren Frau Karen (Loryn Locklin) bleibt also nur die Flucht nach Mexiko(!), wenn sie ihr Kind nicht verlieren wollen. Die Flucht misslingt jedoch. John wird direkt gefasst, während Karen entkommt, aber später aufgespürt und in dasselbe Gefängnis wie John gebracht wird; das private High-Tech Gefängnis Fortress.
Der Direktor entpuppt sich als voyeuristischer und sadistischer Fieserich (Gibt es eigentlich einen Gefängnisfilm, in dem der Direktor kein Arsch ist?), der selbst vor psychedelischer Mindfuck-Folter, festgebunden an einer Schleudermaschine, nicht zurückschreckt – zudem hat er auch noch ein Auge auf Johns Frau geworfen. Die Zeit wird knapp. Kann John das Unmögliche schaffen und seine holde Maid retten, um mit ihr zu fliehen?


Meinung

Dramaturgisch ein typischer Gefängnisfilm, diesmal im Sci-Fi-Pelz, mit charmant antiquierter Optik und Ausstattung. Der Film sieht durchgehend billiger aus, als er letztendlich war (Anfangs, als Schwarzenegger die Hauptrolle übernehmen sollte, da war das anvisierte Budget sogar noch viel höher), aber die engagierten Darsteller und die straffe Inszenierung machen einiges wett – sowie einige skurrile Ideen und ausreichend Action- und Gore-Einlagen ebenso keine Sekunde Langeweile aufkommen lassen.

„Überschreitet nicht die rote Linie. Rot ist Tod.“ – ZED

„Ich habe eine Kranhkeit, die nennt sich KLAUS-TRO-PHO-BIE! Das ist eine echte Krankheit! Hört mir doch zu! Ich habe ein Attest von meinem Arzt!“ – Namenloser Gefangener

„Verbrechen lohnt sich nicht.“ – ZED

Zu viele Fragen sollte man sich nicht stellen. Zum Beispiel, weshalb das erste Kind der Brennicks überhaupt als erstes Kind zählte, wenn es doch eine Totgeburt war. Oder warum sich im Speicher des Gefängnissystems praktischerweise ein von einem der Insassen geschriebener Virus befindet, den man bloß per Command Line installieren braucht, um das komplette Gebäude im Chaos versinken zu lassen. Ganz zu schweigen von ZED, der merkwürdigen KI des Gefängnissystems, die mal alles zu sehen scheint, dann wiederum wichtige Ereignisse gar nicht mitbekommt, mal selbstbestimmt handelt, mal blind den Eingaben gehorcht, teils logisch agiert, dann wieder komplett idiotisch. Gut, sie hat eine weibliche Stimme…
barthjoke

Wie auch immer, Hirn aus und einfach ein schönes B-Movie, wie sie in der Form nicht mehr gemacht werden, genießen – beziehungsweise sich an der Stupidität ergötzen.


Technisches

Das Bild ist für das Alter sehr sauber und bietet solide Schärfe, abgesehen von einigen vormals geschnittenen Szenen, für die wohl keine HD-Quelle auffindbar war. Gute Bitrate, bei 28 Mbps herum. Im Vergleich zur alten US Blu-ray wirkt das Bild bei vielen Szenen generell einen Tick schärfer und detaillierter, aber auch zusätzlich leicht nachgeschärft, was sich in Bewegung aber nicht negativ bemerkbar macht, außerdem wurde der Rotstich der US Disc korrigiert. Insgesamt würde ich es also trotzdem als das derzeit weltweit beste Release ansehen, dazu erstmals in der Unrated Fassung auf Blu-ray.
Ton haben wir lossless als Original Stereospur und 5.1 Mix, jeweils Deutsch oder Englisch. Die geschnittenen Szenen wurden nachsynchronisiert, nicht mit den ursprünglichen Sprechern, aber es fügt sich gut ein. Optionale deutsche Untertitel gibt es auch, allerdings nur an die deutsche Synchro angelehnt.


Extras

Originaltrailer, ein ziemlich beschissen zusammengeschnittenes alternatives Ende und Wendecover. Nun ja, die US Disc hatte null Extras. Dürfte nicht viel Material vorhanden gewesen sein und man wollte wohl kein neues produzieren lassen. Bei dem Preis der Standardversion durchaus legitim.
Die Standardversion im Amaray ist schon seit einiger Zeit erhältlich. In den nächsten Tagen erscheinen außerdem limitierte Mediabooks, plus eine Edition mit Büste.


Gesamturteil: 7 / 10


fort1
Prison Director. Serious Business.
fort2
Gratis LSD-Trips. So schlecht ist dieses Gefängnis doch gar nicht…
fort3
Der Lambernator bricht aus.
fort4
Verdammt praktisch: Das Virus für die Selbstzerstörung ist bereits im System vorhanden. Das Passwort wird auch bloß dutzendfach pro Tag per Lautsprecher ausgegeben, da es ZEDs Lieblingsspruch darstellt…
fort5
We can fix that.

© FORTRESS FILMS LTD. / Nameless Media


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