Captain Kronos – Vampirjäger

Inhalt

Der ehemalige Army Captain Kronos musste einst miterleben, wie seine Familie von Vampiren getötet wurde, seither zieht er durch die Lande, gerne auch mit weiteren Außenseitern als Weggefährten, um die Welt von der Vampir-Brut zu erlösen.
Eines Tages bekommt er von seinem alten Freund Dr. Marcus eine Botschaft, wonach sich in seiner Gegend seltsame Todesfälle häufen; jemand saugt jungen Frauen das Leben aus und hinterlässt sie als Dörrpflaumen. Sofort eilt Kronos zu Hilfe. Die Aufmerksamkeit fällt schnell auf die verdächtige Familie Durward. Der Sohn scheint sich mit Okkultismus zu beschäftigen, die Mutter leidet an einer Krankheit, die sie rapide altern lässt, ähnlich wie es den Mordopfern erging, und die Tochter hat panische Angst davor, die Krankheit ihrer Mutter zu erben. Zumindest einer von ihnen muss etwas mit den Todesfällen zu tun haben.


Meinung

Die Siebziger waren eine schwierige Zeit für die Hammer Studios, die Zuschauerzahlen nahmen deutlich ab, was das Studio zu einigen Experimenten veranlasste. Da wären zum Beispiel Filme mit explizit dargestellter nackter Haut und Gewalt, wie die Gruft der Vampire und der Circus der Vampire, oder mit Dracula jagt Mini-Mädchen sogar ein Dracula-Film, der in der Gegenwart spielt, und nicht zu vergessen die Shaw Brothers Koproduktion der 7 goldenen Vampire.
Kurioserweise stellt Kronos teils einen Rückfall in die prüderen Zeiten dar; die Brüste sind immer irgendwie bedeckt und die meisten Morde finden im Off statt. Dafür bringt man in anderer Hinsicht frischen Wind. Das beginnt bei dem relativ modernen Vampirjäger, gespielt von dem Deutschen Horst Janson, der mehr mit Blade und Buffy als mit dem ollen Van Helsing gemein hat. Mit coolem Outfit und Gestus fuchtelt der jugendliche Held mit einem Katana herum, raucht dubiose Kräuter, oder hat Sex – natürlich bleibt man schön züchtig und deutet nur an. Eine tragische Vergangenheit darf da natürlich ebenso wenig fehlen.
Auch die Vampire sind anders und können im Tageslicht wandeln – die typischen Nacht & Nebel Szenen sollte man sich also nicht erwarten. Außerdem sind sie nicht alle auf die gleiche Art zu töten, was Kronos im späteren Verlauf mit deutscher Gründlichkeit noch austesten wird…

Kronos schöpft zwar nicht immer das volle Potential aus – allein die Action ist bis auf den Endkampf eher lahm, und die teils überfrachtete Symbolik nicht immer passend –, liefert insgesamt jedoch ordentliche, sich selbst nicht allzu ernst nehmende, Unterhaltung mit interessanter Cinematographie, die im oberen Mittelfeld der Hammer Spätphase anzusiedeln ist.
Ursprünglich war Kronos übrigens als Reihe geplant, er sollte in unterschiedlichen Epochen auftauchen und dort das Böse bekämpfen, daher auch sein Name. Aber da bereits dieser Film im Kino floppte, hatte sich das schnell erledigt.


Technisches

Die Schärfe ist eher mittelmäßig, was aber auf viele dieser Filme zutrifft und wohl an dem verwendeten Equipment liegen dürfte. Ansonsten schönes Bild, mit den üblichen minimalen Verunreinigungen. Persönlich hätte ich den Kontrast bei manchen Szenen minimal verstärkt, ansonsten nichts auszusetzen.
Ton haben wir zweimal DTS-HD MA 2.0, Deutsch und Englisch. Der Film lief damals nirgends im deutschsprachigen Raum, daher ist die Synchro recht neu und wurde erst für das DVD Release angefertigt. An sich ist die Synchro gut, bloß die Performance von Janson, der sich selbst spricht, ist schwankend, ein paar Takes mehr hätten sicherlich nicht geschadet, vielleicht war er auch generell zu alt für die Rolle, die Stimme klingt manchmal schon etwas altersbrüchig.


Extras

Den Audiokommentar-Overkill zähle ich jetzt nicht komplett auf. Insgesamt sind es ganze vier Kommentarspuren, mit vielen Beteiligten vor und hinter der Kamera, außerdem die üblichen Verdächtigen bei den deutschen Kommentaren der Reihe, wie Rolf Giesen.
Eine gefilmte Reunion aus 2008, bei der viele der Beteiligten zu Wort kommen. Ein sehr ausführliches Interview mit Horst Janson aus 2003. Trailer, Wendecover und haufenweise Bildmaterial wie Presseheft, Comic zum Film, etc.
Alle Extras haben optionale Untertitel.
Wem das immer noch nicht reicht, der kann zu den limitierten Mediabooks greifen. Die bieten zusätzlich Booklets und schönere Covervarianten…


Gesamturteil: 6,5 / 10


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© Hammer Film Productions Ltd. / Anolis Entertainment


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