The Rite

Der junge Michael Kovak hat die Karrierewahl zwischen Bestatter und Priester. Letztendlich beschließt er, unter freundlichem Druck – *hust* Erpressung *hust* – seines Mentors Pater Matthew, doch lieber weiterhin den religiösen Weg zu bestreiten, und zwar in Rom, wo er ein Exorzismus-Seminar besuchen soll. Als moderner Skeptiker eckt er dort schnell an, woraufhin er zum praktizierenden Exorzisten Pater Lucas geschickt wird, damit der ungläubige Thomas äh… Michael es mit eigenen Augen sieht. Anfangs noch am Zweifeln, wirken die die mysteriösen Ereignisse zunehmend überzeugender. Doch auch Pater Lucas ist nicht allzu gefestigt, dem beelzigen Buben gelingt es, von ihm Besitz zu ergreifen. Nun kann nur mehr Michael ihn retten. Denn indem er zu glauben beginnt, dass Satan existiert, glaubt er auch an Gott. Dieser Logik kann sich der mächtige Beelzebub nicht erwehren und flieht. Hallelujah! Der Vatikan findet den Film super, wer hätte das gedacht. Sorry, dass ich hier ausnahmsweise mal Spoiling betreibe, aber der Film ist von der ersten bis zur letzten Minute vorhersehbar, man wird es mir hoffentlich verzeihen.
The Rite fängt schon höchst unsympathisch mit einem „Basierend auf wahren Begebenheiten“-Unsinn an. Ach Leute, lasst das doch einfach weg und macht einen ganz normalen, phantastischen Film, ohne einen True Story Schmu zu suggerieren. Bei der Richtung, die The Rite einschlägt, ist das eine Verhöhnung der realen Exorzismus-Opfer und glorifiziert religiöse Fanatiker. Ja, das ist nach wie vor ein Thema, erst 2015 wurde in Frankfurt eine Frau bei einem „Exorzismus“ getötet.
Aber gut, wieder zum Film. Der bringt absolut nichts Neues. Die zweifelnden, oder vom Glauben abfallenden Exorzisten. Die Besessenen, die sich grotesk räkeln, in fremden Zungen sprechen, oder die Exorzisten beschimpfen – allerdings sehr zivilisiert im Vergleich zum Exorzist von 1973, in Italien wird man nur von gemäßigten FSK16-Teufeln besessen, wie es aussieht. Ansonsten gibt es lahmen Budenzauber mit unpackender Symbolik; die Frösche gingen mir am Arsch vorbei, das dämonische Maultier war zumindest lustig…
Positiv kann man sagen, dass das Ganze zwar nicht sonderlich raffiniert aber routiniert inszeniert wurde, vor allem die Kamera und die schmucken Schauplätze stechen häufiger hervor. Rutger Hauer und Anthony Hopkins erbringen eine ordentliche Leistung, über den blassen Hauptdarsteller schweigen wir besser.
Jetzt habe ich übrigens richtig Lust bekommen, mal wieder Von allen Geistern besessen zu glotzen. Ewig nicht gesehen. Schade, dass der nicht in Prime enthalten ist. Etwas lustiger, genauso ungruselig, doch moralisch nicht so eklig, wie dieser erzkatholische Propagandafilm hier.
4 / 10

Stream

2 Kommentare zu „The Rite“

    1. ich glaube, so viele gibt es da gar nicht. scheint mehr ein US ding, und da auch sehr erfolgreich, zu sein. aber den antichristen von de martino wollte ich sowieso irgendwann mal schauen…

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