Archiv der Kategorie: Sonstiges

The (E-Book) Horror

Ich schaue hin und wieder die Liste demnächst erscheinender E-Books durch, da ich so schon häufiger auf interessante Neuerscheinungen und Wiederveröffentlichungen stieß. Heute erregte ein Buch mit dem poetischen wie feinsinnigen Titel Horror Hure meine Aufmerksamkeit – gleich mal angeklickt und schon die abstruse Beschreibung (Maschinenübersetzung?) ist unfassbar:

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Dylan und der Nobelpreis

Davon abgesehen, dass es schon einige unverdientere und absurdere Preisträger gab und man sicherlich generell darüber diskutieren kann, ob ein Songwriter einen Literaturpreis erhalten sollte, nervt mich vor allem die Oberflächlichkeit und Ahnungslosigkeit vieler Kritiker in den Social Networks. Wenn einem zu Bob Dylan nichts weiter einfällt als „Hippies“ und „Blowing in the Wind“, disqualifiziert man sich im Grunde schon selbst. Stichwörter kurzer Augenblicke einer über fünfzigjährigen Schaffensphase. Politisch fraglos relevant, aber künstlerisch nicht einmal aus einer übermäßig wertvollen Phase, die begann erst mit Highway 61 Revisited.

Klassischer Pulp für Lau

Deutsche Pulp-Hefte gibt es nicht erst seit John Sinclair, Jerry Cotton und Co. Der Wibra Verlag hat es sich zur Aufgabe gemacht, einige dieser vergessenen Reihen – größtenteils aus der Weimarer Republik stammend – aus der Versenkung zu heben. Das Ganze ist gratis von deren Website oder diversen E-Book-Shops herunterladbar.

Testweise startete ich mit Bill Cnox 1: Die Erfindung des Teufelsprofessors:
Hiram Poutson, seines Zeichens teuflisch-böser Vater und (Teufels-)Professor (Hobbies: Rachepläne schmieden und alle 5 Minuten in teuflisches Gelächter ausbrechen), experimentierte an Sohnemann Bill seit dessen Geburt herum, um einen nahezu unbesiegbaren Menschen zu erschaffen, und mit Hilfe von Hypnose, will er ihn nun zur willenlosen Tötungsmaschine umfunktionieren.
Ein Charakter, der sofort mein Herz eroberte, ist übrigens Inspektor Smith. Jener ist so genial, dass ihm nach nur einem aufgeschnappten Satz des Professors sofort klar ist, dass der Sohn zweifelsfrei hypnotisiert wurde:

»Teufel – ich höre Stimmen!«, flüsterte Inspektor Smith seinen beiden Beamten zu, als sie kotbespritzt aus dem Kanalrohr in den Keller des Landhauses schlüpften. Wirklich erklang wie von weit her eine Stimme durch die Kellerwand: »Folge mir! Ich befehle es dir, dein Herr und Meister!«, hörten sie ganz deutlich.
Dann erklangen schlurfende, sich entfernende Schritte.
»Was bedeutet das?«, wandte der Inspektor wie erregt sich an seine Leute. »In diesem Tone und dieser Weise spricht gewöhnlich nur ein Hypnotiseur zu seinem Medium!«

Macht Spaß und ist schnell weggelesen. Werde mir auf jeden Fall weitere Hefte ansehen.
Auf der Verlagsseite befindet sich übrigens ein Spenden-Button, was durchaus eine Überlegung wert ist. Die liebevoll umgesetzten Neuausgaben kosten schließlich auch Zeit und Aufwand.

Update 2017: Leider scheint der Verlag nicht mehr zu existieren.