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Taboo Staffel 1

Der totgeglaubte James Keziah Delaney taucht zum Begräbnis seines Vaters plötzlich wieder in England auf. Von seiner langen Reise mitgebracht hat er vor allem eine Menge Zorn. Sein Schiff, das illegalen Sklaventransport betrieb, sank vor der afrikanischen Küste, und verantwortlich dafür ist die East India Trading Company. Sich mit jener anzulegen, wird allerdings nicht einfach, da die Firma inzwischen ähnlich mächtig wie der König selbst ist. Doch vielleicht lassen sich die Spannungen zwischen der Krone und der East India ausnutzen, auch die sich mit den Briten im Krieg befindlichen Amerikaner könnten ihren Teil dazu beitragen…
Mit wundervollen Bildern, die an klassischen Gothic Horror erinnern, nur mit deutlich mehr Dreck – teils so schmutzig, dass man den Drang zu Duschen, oder sich zu kratzen, verspürt –, wurde hier ein relativ komplexes und gut verwobenes Intrigen- und Rache-Drama in bester Dumas-Manier inszeniert. Inklusive passender Besetzung, die einigen Mut zur Hässlichkeit aufbringt; von recht exzentrischen Gestalten bis hin zu den erlesensten fiesen Hackfressen ist alles dabei. Allein schon den Grantler James Delaney (Tom Hardy) zu beobachten, ist ein großer Genuss. Oona Chaplin, als seine Schwester, ist ähnlich creepy wie ihre Mutter Geraldine (Tochter von Charlie Chaplin) zuletzt in Hinter den Mauern, bloß die Chemie zwischen den beiden Darstellern vermag nicht immer so ganz zu überzeugen.
Manches ist überzogen, hätte nicht weiter überrascht, wenn hier, wie z.B. bei Preacher, ein Comic als Vorlage gedient hätte. Das Mystery/Okkult-Gedöhns nimmt zuweilen unnötig überhand und wird auch zu häufig wiederholt. Doch hat man sich erst an den Ton der Serie gewöhnt und kann über kleinere Makel hinwegsehen, bekommt man spannende und zumeist straff dargebotene Unterhaltung mit dichter Atmosphäre geboten. Die erste Staffel schließt sehr zufriedenstellend ab, aber eine zweite ist bereits geplant, schließlich wurden noch nicht alle zur Rechenschaft gezogen…
7,5 / 10

Stream

Dog Eat Dog

Inhalt

Der großspurige Gauner Troy (Nicolas Cage), der abgefuckte Junkie Mad Dog (Willem Dafoe) und der glatzige Glatzkopf Diesel (kennt eh keiner) wurden erst kürzlich aus dem Knast entlassen und müssen sich irgendwie ihren Lebensstandard (Koks und Nutten) bewahren. Also halten sie sich mit semi-erfolgreichen Coups über Wasser. Bis ihnen ein monetär vielversprechenderer Auftrag zufällt; sie sollen ein Baby entführen. Von da an läuft vieles schief und die Tragödie nimmt ihren Lauf.


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Horns

Werde hier in Zukunft auch hin und wieder Filme und Serien vorstellen, die aktuell im Prime Abo enthalten sind.

Handlung kurz umrissen, ohne zu viel zu spoilern: Iggys Freundin wird ermordet. Jeder im Dorf hält ihn für den Schuldigen. Ihm wachsen Hörner und damit verbunden die Fähigkeit, den Personen in seiner näheren Umgebung ihre dunkelsten Geheimnisse und Triebe zu entlocken (hiermit kommt auch der Großteil des Humors ins Spiel). Auf der Suche nach dem wahren Mörder mutiert er immer mehr zum Diabolischen um – wortwörtlich – den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben.
Eine Tempo- wie Wendungsreiche Achterbahnfahrt, der Film versucht vieles auf einmal zu sein; Drama, Whodunit, Liebesfilm, Satire, Horror – meistert dabei nicht alles gleich gut, und dann setzt auch noch der Hollywood-Kitsch ein. Wobei, bei dem Trend zum zynischen Hard-Boiled-Kino der letzten Jahre, ist es – gerade für so einen Film – vielleicht sogar unpopulärer, den Mut zum Kitsch zu haben. Wie auch immer, kleine Makel verzeihe ich bei dieser weitestgehend wunderbaren Unterhaltung gerne. Nebenbei wird die furchtbare Antischauspielerin Heather Graham auch noch von Schlangen gebissen – ein gottgefällig Werk.
Wer Grotesken mag, der wird dem Film nicht abgeneigt sein. Wer perfekt abgestimmtes, glattgebügeltes und geradliniges Kino mag, für den gilt: „Lauf, Forrest, lauf!“
7 / 10

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